09.03.2018

Tokyo 2017 - Tag 2

Mein zweiter Tag in Tokyo fing recht beschaulich an.
Nachdem ich meine erste Nacht im Futon verbracht und mich langsam startklar für den Tag gemacht hatte, ging ich hinunter ins Restaurant, um zu Frühstücken. Im Hotel Edoya ist das Frühstück in den Zimmerpreisen enthalten und täglich im Restaurant von 7:00 Uhr bis 9:30 Uhr verfügbar. Am Vorabend kann sich jeder Gast an der Rezeption einen Gutschein für das Frühstück abholen. Dieser Gutschein wird dann beim Restaurantpersonal abgegeben und man erhält ein Tablett und Zutritt zum Frühstücksbuffet.
Das Buffet selbst ist nicht sehr groß, sollte jedoch genügend Auswahl für jeden Geschmack bieten. Neben traditionellen japanischen Frühstücksgerichten, wie Reis, Fisch, Ei und Suppe, standen auch westliche Gerichte, wie Toast, gekochte Eier, Würstchen und Marmeladen, zur Auswahl. An Getränken gab es ebenso eine kleine Auswahl an Tees und Säften. Ob Kaffeetrinker dort glücklich werden, kann ich leider nicht beurteilen, da ich nicht darauf geachtet habe, ob dieser zur Verfügung steht. Es wäre jedoch durchaus möglich das Personal um beispielsweise heißes Wasser zu bitten. Das Personal ist sehr freundlich und bemüht, den Aufenthalt angenehm zu gestalten und stets genügend Essen anbieten zu können. Rausgeworfen wird auch niemand, sollte er noch nach der offiziellen Frühstückszeit speisen.

Nach dem Frühstück ging ich kurz wieder auf mein Zimmer, um meinen Tagesplan durchzugehen und alles Notwendige in die Tasche zu packen.
Vorgesehen war für Tag 2 meiner Reise eine kleine Tour durch Akihabara. Kurzerhand entschied ich mich, statt mit der Bahn zu fahren, nach Akiba, wie es liebevoll von Einheimischen genannt wird, zu laufen.
Es war Vormittag, die Sonne strahlte und bereits der erste Blick außerhalb des Hotels in Richtung meines Ziels wollte mir fast die Sprache verschlagen. Ich war in Tokyo!

Mit Google Maps als wirklich gute und genaue Navigationshilfe schlenderte ich durch die Straßen. Und die Häuser und Straßen waren genau wie ich es aus Manga, Anime und Spielen kannte. Besonders auffällig, und mir bis dato unbekannt, waren jedoch die Rauchverbotszeichen auf den Gehwegen. In Tokyo gilt also auch auf der Straße: Rauchen verboten! Dafür gibt es jedoch extra Bereiche und Einrichtungen, sowie die wohl beliebten Raucherlokale.
Tokyo ist voll, turbulent und man hat kaum Platz für sich - mag auf manche Gegenden zutreffen. Bei diesem Spaziergang hatte ich jedoch ein anderes Gefühl. Es war angenehm und nicht zu überfüllt. Je näher ich Akihabara kam, desto mehr Menschen bin ich begegnet.
Doch auch diese Megametropole hat ihre kleinen Oasen und Ruhepunkte - mitten im Trubel. Auf einer Brücke über dem Kanda Fluss legte ich eine kleine Pause ein und beobachtete alles um mich herum. Trotz direkter Nähe zu Straße und Bahn empfand ich es dort als angenehm ruhig. Ich konnte durch die "Schneise", die der Fluss zieht, in die Stadt sehen und hatte gleichzeitig den angenehm langsam fließenden Flusslauf im Blick. Auch die Enten dort schienen den Fluss als Ruhepol zu nutzen.

Nach der kurzen Pause ging es weiter, denn mein erster planmäßiger Stopp war noch etwas entfernt.
Auf dem Weg bin ich an einigen Restaurants vorbeigelaufen, wovon einige ihre Speisen bereits außerhalb präsentieren. Das ist ein Vorteil von Japan - man sieht bereits vor Betreten des Restaurants, was man dort essen kann. Entweder werden die Gerichte in Form von Bildern oder aber in nachgestellten Plastikanrichten dargestellt.
Ein Restaurant hatte Honey Toast im Angebot, was für mich sehr verlockend war. Im Grunde besteht dieses Gericht aus einem ausgehöhlten Brot mit Toastwürfeln, Honig, Eis, Früchten und je nach Sorte weiteren Zutaten wie Sahne und Saucen.
Ich bin an diesem Tag noch öfter am Restaurant vorbeigegangen und hab jedes Mal überlegt, ob ich es probieren sollte. Mich hat jedoch die enorme Größe abgeschreckt und ich hätte es schade gefunden, wenn ich nicht einmal die Hälfte hätte schaffen können.

Mein erstes Ziel war der Laden Bookoff. Er ist bekannt für den Verkauf von 2nd Hand Sachen wie CDs, DVDs, Spiele und Bücher.
Ich war auf der Suche nach bestimmten DVDs und hoffte, sie in einem der Läden in Tokyo zu finden. Leider wurde ich im Bookoff nicht fündig, war jedoch erstaunt, was dort alles angeboten wird und wie viel Zeit man dort allein mit Stöbern verbringen kann.

Als nächstes wollte ich Akihabara selbst erkunden und fing mit dem Bahnhof an. Danach ging es weiter zum Zentrum dieses Viertels - Electric Town.
Ich war immer wieder begeistert, wie nah an der Realität die Gegend in einem meiner liebsten Spiele gehalten ist. In "Akiba's Trip" läuft man durch Akihabara und kann sogar Flyer echter dort ansässiger Läden sammeln. Es schien mir, als würde ich mich dort bereits auskennen.

Ein weiterer Stopp auf meiner Liste war der Mandarake Complex. Auch dieser Laden verkauft 2nd Hand Sachen und hat eine riesige, sehr gut sortierte Auswahl. Auf ganzen 8 Etagen finden sich die verschiedensten Dinge rund um Anime, Manga und Games - von Cosplay und Merchandise über Manga und Doujinshi bis hin zu DVDs, Games und Figuren ist alles vertreten.
Da ich noch immer nicht fündig geworden war, bezüglich der gesuchten DVDs, hoffte ich hier fündig zu werden. Ich ging jede Etage für sich durch und brauchte Stunden, um wirklich alles zu durchstöbern.
Auf der obersten Etage befinden sich die verschiedensten Figuren und da ich für Freunde nach ein paar Figuren Ausschau halten sollte, verbrachte ich dort sehr viel Zeit. Leider bin ich an diesem Tag auch hier nicht fündig geworden.

Direkt nachdem ich bei Mandarake war, wollte ich mir etwas bei Mister Donut gönnen. Ich hatte zeitlich noch Glück, da der Laden sehr früh schließt. Als ich jedoch sah, welche Menge an Leuten dort noch etwas bestellen wollte, entschloss ich mich weiter zu gehen.
Ich tingelte also weiter die Straße entlang und stieß auf den nächsten Punkt meiner Besuchsliste - Cat Café MoCHA. Hier kann man, wie es der Name vermuten lässt, zwischen Katzen seine Zeit verbringen. Das Café befindet sich in der zweiten Etage und gegen Abend standen die Leute Schlange, um ins Gebäude zu kommen.
Ich wäre gern einmal in ein Cat Café gegangen, jedoch wollte ich ungern eine Stunde oder länger warten. Die Preise für das Cat Café MoCHA sind eventuell auch recht hoch - 10 Minuten kosten 200 Yen, die Getränkepauschale beträgt 350 Yen und eine Tüte Katzenleckerlies kostet 500 Yen.

Danach entschloss ich mich langsam wieder zum Hotel zu laufen.
Ich hatte zwar nicht alle Punkte auf meiner Liste abhaken können, war jedoch trotzdem zufrieden. Es war schön diesen Stadtteil einmal wirklich zu erleben und ihn bei Tageslicht und am dunklen Abend mit all den leuchtenden Schildern betrachten zu können.
Nachdem ich auf dem Rückweg noch etwas gegessen hatte, ging ich zufrieden und voller Spannung auf den nächsten Tag ins Bett.

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